Stärken ohne Prahlen
Heute habe ich mich daran gemacht, zu sammeln, was ich eigentlich gerne mache. Das ist nicht schwer gewesen. Schwerer ist es, das so zu formulieren, dass es sich für mich nicht wie Anbiederung anhört.
Zum Beispiel: Ich habe manche Eigenschaften, die ich sehr gerne in meiner Arbeit ausleben können will. Ich bin organisiert, analytisch, freundlich, begeisterungsfähig, breit interessiert, geschmackvoll, unterstützend, klug, habe einen Blick für Außenwirkung. Wenn ich das einbringen kann in meinem Beruf, dann fühlt sich das gut an für mich, da sehe ich meine Stärken.
Aber wie soll ich das formulieren? Schon der letzte Absatz kommt mir wie unangenehmes Prahlen vor. Dabei ist das nicht so gemeint.
Ich versuche eine neue Formulierung.
Was ich gerne in meine Arbeit einbringe: Neugier auf Unbekanntes, klare Strukturen, Raum für Begeisterung, gegenseitige Unterstützung, einen Blick auf das Ganze, Mut zum Geschmack.
Das fühlt sich viel besser an, weil es keine Eigenschaften mehr von mir beschreibt ("so bin ich"), sondern Dinge im Außen, mit denen ich ... resoniere ("das gefällt mir"). Das fühlt sich für mich besser an.
Aber – wenn ich den Text lesen würde, als hätte ihn jemand anders geschrieben, dann kämen mir die Ich-Beschreibungen fast authentischer vor. Interessant.
Ich arbeite an einem neuen Motivationsschreiben.